Senda dil Dragun – Baumwipfelpfad Laax
Dem Wald auf Augenhöhe begegnen. In den Wipfeln wandeln. Dabei die Natur erleben, von ihr lernen, sie respektieren. Dieses ehrgeizige Ziel der Gemeinde Laax stand am Anfang des Projekts „Senda dil Dragun“.
Der Senda dil Dragun in Laax ist der mit 1.56 Kilometern längste Baumwipfelpfad der Welt und ein prägnantes Beispiel für zeitgemässen, landschaftsbezogenen Holzbau. Der auf 2 bis 28 Metern Höhe geführte Steg verbindet Laax Murschetg mit Laax Dimplaun und fügt sich dank seiner filigranen Konstruktion aus rund 1000 m³ lokal verarbeitetem Fichten- und Tannenholz nahezu nahtlos in den Wald ein. Die runden, unbehandelten Baumstammstützen, die minimale Fundamentierung und der dem Terrain folgende Verlauf reduzieren den Eingriff in die Natur auf ein Minimum und machen den Pfad zu einem Musterbeispiel nachhaltiger Architektur.
Besondere architektonische Akzente setzen die beiden Aussichtstürme, deren Gestaltung den Aufbau eines Baumes interpretiert: Ein massiver Betonkern bildet den „Stamm“, während auskragende Holzbinder das Astwerk nachzeichnen und Treppe sowie – in Murschetg – die 70 Meter lange Chromstahlrutsche umschliessen. Vier unterschiedlich geformte Plattformen rhythmisieren den Weg und eröffnen neue Blickwinkel auf die Flora, Fauna und Berglandschaft von Laax. Vom „Auge des Drachens“ mit vertikalem Blick in den Wald bis zur terrassierten Auskragung in Dimplaun Sura sind die Formen der Plattformen konsequent aus ihrer jeweiligen Umgebung und Nutzung heraus entwickelt.
Der Baumwipfelpfad Laax verbindet architektonische Präzision, regionale Wertschöpfung und ein immersives Naturerlebnis. Als Landmark und wichtige touristische Attraktion schafft er neue Perspektiven auf die Landschaft und positioniert Laax international als innovativen Standort für nachhaltige Holzarchitektur.
Baujahr: 2020/2021
Hallenbad Aua Grava, Laax
Das in die Jahre gekommene Aua Grava Hallenbad wurde als moderne, klar strukturierte Badeanlage neu konzipiert und bietet ein Raumangebot, das Funktionalität, Familienfreundlichkeit und hochwertige Materialität verbindet. Zentraler Bestandteil ist der grosszügige Chromstahl-Pool mit 25-Meter-Bahn, ergänzt durch ein Nichtschwimmerbecken mit Erlebnisrutsche sowie ein eigenes Kinder-Planschbecken, das speziell auf Sicherheit und Übersichtlichkeit ausgelegt ist. Die drei Wasserzonen sind offen angeordnet und schaffen ein harmonisches, lichtdurchflutetes Gesamtbild.
Architektonisch prägen PU-Boden- und Wandbeläge das Erscheinungsbild, die nicht nur pflegeleicht und langlebig sind, sondern dem Hallenbad auch eine ruhige, homogene Atmosphäre verleihen. Ein besonderes Gestaltungselement bildet dabei die geschwungene Holzlamellen-Decke, die durch ihre Wellenform akustisch wie visuell für Wärme und Dynamik sorgt. Die präzise integrierte Beleuchtung folgt dieser Deckengeometrie und setzt subtile Akzente, die die Bewegung der Architektur zusätzlich betonen.
Mit seiner reduzierten Materialpalette, der klaren Linienführung und der starken Orientierung an Benutzerfreundlichkeit präsentiert sich das Hallenbad Aua Grava als zeitgemässe, familienfreundliche Infrastruktur und als wichtiger Baustein der regionalen Freizeitlandschaft.
Baujahr 2020/2021
Wellnessbereich Hotel Laaxerhof
Im Zuge einer umfassenden Neugestaltung erhielt der Wellnessbereich des Hotel Laaxerhof ein neues architektonisches Zentrum: das Hammam. Die Herausforderung bei Planung und Ausführung lag darin, die in die Jahre gekommenen Bestandsräume während des laufenden Hotelbetriebs zu einem harmonischen, zeitgemässen Rückzugsort zu transformieren – bei gleichzeitigem Erhalt des Schwimmbads, das zu einem späteren Zeitpunkt saniert wird. Das Ergebnis ist ein atmosphärisch dichter Erholungsraum, der traditionelle Wellnessangebote mit klarer Formensprache und warmen Materialübergängen verbindet.
Seit Dezember 2023 geniessen Gäste eine moderne Wohlfühloase, die auf Ruhe, Wärme und Regeneration ausgerichtet ist. Die Finnische Sauna, Bio-Sauna und das Dampfbad bilden die thermische Achse des neuen Spa-Bereichs, während Erlebnisdusche, Eisbrunnen und Fussbecken bewusst gesetzte Kontraste schaffen. Eine integrierte Trinkstation sowie der neu konzipierte Ruheraum runden das Angebot ab und führen die gestalterische Linie des Hammams fort.
So entstand ein zeitgemässer Wellnessbereich in Laax, der den Charakter des Hauses stärkt und den Gästen nach einem Tag in der Bergwelt einen Ort bietet, an dem Wärme, Ruhe und architektonische Präzision zusammenfinden.
Baujahr 2022/2023
Waldprojekt Laax
Beim Waldprojekt Laax handelt es sich um einen Forstwerkhof und eine Waldhütte, die 2017 ausserhalb der Bauzone in Laax-Salums errichtet wurden. Der Forstwerkhof wird als neuer Arbeitsplatz des Forstbetriebs Laax-Sagogn genutzt und die Waldhütte dient als Waldschulhaus, Konferenzraum sowie als Event- und Festlokal. Beide Gebäude sind aus lokaler Weisstanne und Fichte sowie aus Sichtbeton gebaut worden. Über 90% des verwendeten Holzes wurde unmittelbar im Gebiet um den Bauplatz geschlagen. Das Rundholz wurde anschliessend regional verarbeitet, getrocknet und dann verbaut. Konstruktiv wurde der Forstwerkhof aus Strickwänden in Fichte, Innenwärmedämmung und Weisstannentäfer mit Beton und Vollholzböden erstellt. Die Walmdächer sind aus Fichtenbalken konstruiert und in Kupfer eingedeckt. Die Waldhütte besteht aus Sichtbetonwänden im Innern und ist von Aussen gedämmt, hinterlüftet und mit einem Holzstrick in Fichte ummantelt. Der Boden, die Decke sowie alle Türen und Einbauten des transparenten Gebäudes sind in Weisstanne gefertigt. Im vorderen Teil der Waldhütte erlaubt eine grosszügige Verglasung von fast 16 Metern einen einmaligen Blick in den Wald und lässt sich automatisch, über Eck öffnen. Das Walmdach mit einer Auskragung von über 3 Metern ist wie beim Forstwerkhof in Fichte konstruiert und mit integrierter Rinne in Kupfer eingedeckt. Die Aussenelemente der Waldhütte wie der Brunnen und die Grillanlage sind passend zur Gebäudearchitektur in Beton und Holz gehalten.
Baujahr: 2017